Mit Knowledge Graph startet Google ein auf lange Hand vorbereitetes Projekt, das vorerst in englischer Sprache auf Google.com in Aktion tritt und ein Stück des semantischen Webs in die beliebte Suche bringen soll. Während bei der klassischen Suche die Sucheingabe des Nutzers im Grunde nicht mehr als die Abfolge von Zeichen ist, soll mithilfe des Knowledge Graph der gesuchte Begriff in Kontext gesetzt werden. Orte, Personen, Dinge und mehr sollen erkannt und entsprechend mit der Sucheingabe in Zusammenhang gestellt werden. Google beschreibt die neue Suchfunktion einfach mit „Things, not strings“ – „Dinge, nicht Zeichenfolgen“.
Mit Googles Knowledge Graph soll sie Suche auf drei Ebenen verbessert werden:
- Das richtige finden: Sprache ist bekanntlich oftmals nicht ganz eindeutig. Ein Begriff kann beispielsweise mehrere Bedeutungen haben. Sucht man zum Beispiel nach „Queen“, kann die Suche nicht eindeutig einordnen, ob man auf englisch nach „Königin“ sucht oder nach der Band. Zur Eingrenzung kann der Nutzer in der Seitenleiste auswählen, was er tatsächlich gesucht hat.
- Zusammenfassung: Bei bestimmten Orten, Gegenständen und mehr erhält der Nutzer ebenfalls in der Sidebar eine Sammlung an hilfreichen Informationen wie Defintion, Eckdaten und mehr – quasi einen kleinen Wikipedia-Eintrag.
- Tieferes und breiteres Wissen: Laut Google soll man mit den Informationen aus dem Knowledge Graph zudem unerwartete, neue Informationen aufbereitet bekommen. Mithilfe der aufbereiteten Informationen kann der Nutzer nicht nur gesuchte Informationen, sondern tiefergehendes Wissen erhalten.
Mit der Integration der semantischen Suchfunktion in Form von Knowledge Graph ist eine weitere große Entwicklungsstufe der Google-Suche angebrochen. Nach der Vorstellung der Universal Search in 2007, durch die Suchergebnisse aus diversen Diensten wie Bilder, Maps, Videos, etc. in die zentrale Suche eingebunden wurden, gilt auch die umstrittene Integration von Google+ in die Suche als Meilenstein. All diese Features haben gemein, dass Google nicht nur als Durchgangsstation genutzt werden soll, sondern zum Verweilen einlädt.
Es bleibt abzuwarten, wie das neue Features angenommen wird. Denn einerseits zeigt es, dass Google sehr interessiert daran ist, sein Kernprodukt zu verbessern und für Nutzer an der Optimierung der Ergebnisse arbeitet.A uf der anderen Seite bergen die zusätzlich angezeigten Daten in der Sidebar die Gefahr, dass die Suche langsam zu einem unübersichtlichen Monstrum wird.

