Online-Marketing

Mit keinem anderen Medium lassen sich potenzielle Kunden besser aufspüren und Werbebotschaften treffsicherer platzieren als per Internet. Online-Marketing ergänzt TV- und Printwerbung, statt sie zu verdrängen – noch.

Für zerstreute Zeitgenossen können die Tricks der modernen Online-Werber recht praktisch sein. Wer zum Beispiel beim Stöbern in einer Billigflugbörse gestört wurde und den PC heruntergefahren hat, kann heute fast darauf warten, dass ihn das Gerät am nächsten Tag an sein Vorhaben erinnert. Auf einer ganz anderen Website, die er womöglich noch nie besucht hatte, springt ihn dann ein blinkendes Werbebanner an. Und das wirbt nicht etwa abstrakt für irgendeine Fluggesellschaft, sondern ganz konkret für Sonderangebote auf der zuletzt ausgewählten Strecke: „München–Düsseldorf ab 49 €“. Ein Klick genügt, und man steht wieder mittendrin im virtuellen Reisebüro. Beim Shopping passiert das Gleiche. Hat man sich in einem Onlineladen nach einer Kamera oder nach Sportschuhen umgeschaut, stolpert man plötzlich überall im Netz über Reklame für Fotoapparate oder Sneakers, und natürlich sind es exakt die Marken, die der Noch-nicht-Kunde schon in der engeren Wahl hatte.

Dass der Computer zu wissen scheint, was seinen User interessiert oder wonach dieser sucht, ist weder Einbildung noch Zufall. Die zuvor besuchten Server haben ihm diese Informationen eingetrichtert, ohne den PC-Besitzer um Erlaubnis zu fragen. Während der Verkäufer Werbemails nur an Kunden senden darf, die sich ausdrücklich damit einverstanden erklärt haben, ist im Browser die Schusslinie für ihn frei. Im Jargon der Marketingfachleute ist der Konsument zum individuellen „Target“ geworden, zur Zielscheibe, die mit dem Zielfernrohr exakt anvisiert wird. Hier hat es ein Ende mit dem Schrotflintenprinzip der klassischen Print- und Rundfunkwerbung: Je spezieller das Produkt, desto höher ist in traditionellen Massenmedien Zeitung, Radio und Fernsehen der sogenannte Streuverlust: Die allermeisten Schrotkügelchen treffen die Falschen – und machen sich dabei oft unbeliebt. Deshalb entwickelten sich diverse Formen des „Targetings“, etwa das Re-Targeting, bei dem ein Nutzer, der bereits Interesse an einer Webseite oder einem Produkt gezeigt hat, erneut mit Werbung für diese Webseite oder dieses Produkt konfrontiert wird. Die Methode funktioniert freilich nur, wenn der Targeting-Dienstleister, der das alles organisiert, mit vielen gut besuchten Websites Kontakte pflegt – und nur bei Kunden, die personalisierte Werbung nicht über ihre Browser-Einstellungen blockieren.

Eine weitere Voraussetzung sind die „Cookies“, jene kleinen Dateien, die dafür sorgen, dass ein Surfer bei jeder Rückkehr auf eine zuvor aufgerufene Website wiedererkannt wird. „One-to-one-Marketing“ hieß diese individuelle Form der Werbung bereits in den Neunzigerjahren. Der Kunde sollte sich, obwohl er eigentlich nur mit einer Art Verkaufsroboter kommunizierte, persönlich betreut fühlen wie im Fachgeschäft. Amazon – damals noch nicht mehr als ein Versandhaus für Bücher – entwickelte die erste Software, die aus den Bestellungen zu schließen versuchte, was die Kunden sonst noch interessieren könnte. Inzwischen wurde vieles von der ursprünglichen Vision Realität. Der DSL-Zugang mit Flatrate, Grundvoraussetzung für viele Formen der Web-Werbung, gehört heute zur Grundausstattung der meisten Haushalte.

Auch wenn sich frühere Prognosen zum Wandel der Medienlandschaft als übertrieben oder zumindest voreilig erwiesen haben, ist sich die Fachwelt einig, dass der durchs Internet möglich gewordene Online-Handel noch lange nicht seinen Höhepunkt erreicht hat. 84 Prozent der vom RTL-Werbevermarkter IP Deutschland befragten Brancheninsider stellen sich bis 2015 auf gravierende oder spürbare Veränderungen ihres Geschäfts ein. Die tiefsten Einschnitte hat der Online-Boom bisher bei den Printmedien hinterlassen. Als Erstes verschwanden die höchst lukrativen Rubrikanzeigen aus der Tagespresse. Wer heute etwas verkaufen will oder eine Wohnung, einen neuen Job, einen Gebrauchtwagen sucht, ist nicht mehr auf die gedruckten Textwüsten angewiesen, sondern nutzt die komfortablen Suchfunktionen und Kontaktmöglichkeiten von Web-Portalen wie eBay, Monster oder AutoScout24.

(Quelle: Technical Review)

Internet 2011 in Zahlen plus Ausblick 2012

E-Mail 2011 in Zahlen

E-Mail ist noch nicht tot, wie mancher vielleicht denken könnte. Im letzten Jahr gab es laut Radicati global 3,146 Milliarden E-Mail-Konten. Im Vergleich zu den Daten aus 2010 hat diese Zahl noch zugenommen. Denn im Jahr zuvor gab es „nur“ 2,9 Milliarden Konten. Rückläufig ist zum Glück die Anzahl an Spam-Mails. Im Unterschied zu 2010 hat die Masse an Spam-Mails um beinahe 20 Prozent abgenommen – 2010 betrug der Prozentsatz am globalen E-Mail-Traffic noch 89,1 Prozent, 2011 lag er „nur noch“ bei 71 Prozent. 2011 konnte die E-Mail übrigens ihren 40. Geburtstag zelebrieren, denn 1971 wurde die erste E-Mail von Ray Tomlinson verschickt.

Internet-Nutzer 2011

Asien ist 2011 wie auch im Vorjahr Spitzenreiter in Bezug auf die Anzahl der Internetnutzer. Von 2,9 Milliarden Usern weltweit sitzen 922 Millionen allein in Asien vor dem Computer. Die absolute Nummer eins Asiens ist dabei China mit 485 Millionen Nutzern. Auf Platz zwei der Regionen-Rangliste liegt Europa mit 476,2 Millionen, gefolgt von Nord-Amerika mit 271,1 Millionen.

In Bezug auf die regionale Durchdringung liegt Asien trotz seines ersten Ranges bezüglich der Internetnutzung mit 24 Prozent auf dem vorletzten Platz. Dies bedeutet, dass eine Vielzahl der Einwohner Asiens aufgrund fehlender Infrastruktur immer noch keinen Zugang zum Internet hat. Nur Afrika ist mit 11 Prozent noch schlechter vernetzt. Ganz vorne liegen, wie nicht anders erwartet, Nordamerika mit 78,3 Prozent, gefolgt von Ozeanien/Australien (60,1 Prozent) und Europa (58,3 Prozent).

Weitere Platzierungen bei der Zahl der Nutzer nach Region:

  • 215,9 Millionen – Lateinamerika/Karibik
  • 118,6 Millionen – Afrika
  • 68,6 Millionen – Mittlerer Osten
  • 21,3 Millionen – Ozeanien/Australien

Social Media 2011 – Facebook und Twitter

Internet und Social Media können seit einigen Jahren nicht mehr getrennt gedacht werden. Facebook und Twitter sind große Player in der Vernetzung von Menschen weltweit. Das Wachstum von Facebook ist enorm. Das soziale Netzwerk konnte im vergangenen Jahr ganze 200 Millionen neue Mitglieder für sich gewinnen: Die Anzahl an Nutzern stieg zwischen 2010 und Ende 2011 von 600 auf über 800 Millionen an. Im Oktober 2011 war die Plattform in Bezug auf ihre Nutzer größer als die Einwohner Europas und Russlands zusammen - anders formuliert: Facebook war im vergangenen Oktober größer als das gesamte Internet im Jahr 2004. Von diesen über 800 Millionen Mitgliedern greifen viele über ihr Smartphone zu: 350 Millionen User nutzen die mobilen Clients für Android und iPhone.

Das zweite große soziale Netzwerk Twitter hat mit 225 Millionen Konten und 100 Millionen aktiven Nutzern bei weitem nicht so eine imposante Mitgliederzahl wie Facebook. Der Account mit den meisten Followern ist der des Popstars @ladygaga – sie versammelt 18,1 Millionen Twitterer hinter sich. Ashton Kutcher bringt es beispielsweise gerade einmal auf die Hälfte ;-)

Schaut man auf die Anzahl der abgesetzen täglichen Tweets kann man behaupten, dass die Twitter-Community sehr „redselig“ ist. Bis Oktober 2011 wurden täglich 250 Millionen Kurznachrichten versendet. Den absoluten Höhepunkt des Jahres konnte Twitter im August während der MTV Music Awards verzeichnen, denn zu diesem Event wurden bis zu 8.868 Tweets pro Sekunde verschickt.

Blickt man in die Zukunft, so kann angesichts der Entwicklung der Daten vom Jahr 2010 hin zum Jahr 2011 festgestellt werden, dass das Internet als Ganzes weiterhin rasant wachsen wird. In Bezug auf die Infrastruktur wird das mobile Internet stark zulegen. Was soziale Netze anbetrifft, ist bei Facebook noch kein Halt zu sehen. Laut einer Studie könnte das weltgrößte social Network im August dieses Jahres die Zahl von 1 Milliarde Nutzer knacken. Google+, der neue Player im Social Network Business, wird in diesem Jahr aber vermutlich auch massiv zulegen. Nach Schätzung von Paul Allen soll Google+ bis Ende 2012 auf über 290 Millionen User gewachsen sein, was für nur etwa 1,5 Jahre nach seinem Launch beachtlich wäre.

 

Quellen: t3n.de-News, heise.de, magnus.de